Was ist Bewehrungsstahl?

Bewehrungsstahl, Betonstahl, oder auch früher Armierungseisen oder Moniereisen dient als Bewehrung (Verstärkung) von Stahlbetonbauteilen und wird nach dem Einbau in die Schalung einbetoniert. In Österreich kommt ausschließlich Betonstahl mit einer charakteristischen Fließ- oder Streckgrenze (die Belastung bei der eine plastische (bleibende) Verformung einsetzt) von 550 N/mm² (vergl. Deutschland 500 N/mm² und Italien: 420 oder 500 N/mm²) zur Anwendung. Die erforderlichen Eigenschaften sind in der ÖNORM B4707 geregelt.

Was ist Beton?

Beton ist ein Konglomerat aus Zement, Betonzuschlag bzw. Gesteinskörnung (Sand und Kies oder Splitt) und Anmachwasser. Er kann außerdem Betonzusatzstoffe und Betonzusatzmittel enthalten.

Warum Betonstahl?

Betonstahl ist ein Verbundwerkstoff aus den beiden Komponenten Beton und Bewehrungsstahl. Ein Verbund beider Komponenten entsteht durch die Verklebung mit dem Bindemittel Zement und die Rippung des Bewehrungsstahls. Beton hat im Vergleich zur Druckfestigkeit nur eine Zugfestigkeit von 10 Prozent. Stahl besitzt dagegen eine hohe Zugfestigkeit. Der entscheidende Gedanke beim Baustoff Stahlbeton ist es daher, auf Zug beanspruchte Stellen eines Bauteils mit Stahl zu verstärken, also zu bewehren, und in den übrigen Bereichen die Druckfestigkeit des Betons auszunutzen.

Geschichte von Bewehrungsstahl – Betonstahl:

John Smeaton (1756 – 1759) auf der Suche nach einem wasserbeständigen Bindemittel fand er beim Wiederaufbau des Edystone – Leuchtturms heraus, dass ein Gehalt an Ton in der Zusammensetzung von Kalkstein den sichersten Wertmesser eines Kalkes für Wasserbauten bildet. Seine Erkenntnisse zur Mörteltechnik veröffentlichte er 1791.

Joseph Aspdin (1778 – 1855) nützte die Erkenntnisse von Smeaton und ließ sich seine Erfindung unter der Bezeichnung „Portland Cement“ – er behauptete, dass die Mischung aus Puzzolanerde, Kalk und Wasser dem besten Portlandstein in Festigkeit und Dauerhaftigkeit gleichkomme, patentieren.

Josef Monier (1823 – 1906) gilt als der Vater des Bewehrungsstahls. Als gelernter Gärtner ließ er sich die Verwendung von Kübeln und Behältern aus Eisen und Zement im Jahre 1867 patentieren. Des Weiteren besitzt er Patente für Balken und Schwellen aus Eisenbeton, und 1875 baute er die erste Eisenbetonbrücke der Welt als Fußgängerbrücke im Schlosspark von Chazelet (Frankreich) mit einer Spannweite von 16,5m und 4 m Breite.

Hiermit war die Idee des Stahlbetonbaus – „Das Ganze aus einem Guss“ – geboren und die weitere Entwicklung nahm Ihren Lauf.